GESCHICHTEN

Lappland, das Land der Samen, erstreckt sich vom Westen in Norwegen bis zur russischen Halbinsel Kola. Es ist fast 400'000 km2 gross und somit 10x Grösser als die Schweiz

Wertvolles Sápmi

Lappland erstreckt sich von der norwegischen Westküste über Schweden, Finnland bis zur russischen Halbinsel Kola im Osten und wurde hunderte von Jahren von den Samen geprägt.

Sápmi (oder Same-Ätnam) ist der samische Name für das Siedlungsgebiet beziehungsweise den Kulturraum der Samen. Die Samen oder Sámi sind ein indigenes Volk, das früher „Lappen“ genannt wurde. Sápmi hatte nie eine eigene Staatlichkeit. In einem erstarkenden Nationalbewusstsein der Ureinwohner ist die allgemein anerkannte samische Flagge, die 1986 entworfen wurde, heute immer häufiger zu sehen. Das Muster mit dem Kreis ist ein Sonnen- (rot) und Mondsymbol (blau). Die übrigen Farben sind die traditionellen Farben der Sami für Wasser, Sonne, Natur und Liebe. Die Samen sind jedoch heute nur noch eine Minderheit der Bevölkerung, deren Anteil ca. 4 % ausmacht. Die Bevölkerungsdichte Sápmis liegt bei rund 2 Einwohnern pro km. Außerhalb der Städte liegt die Bevölkerungsdichte daher faktisch nahe 0. Das Video unten ist bei Arte erschienen. Viel Spass!

Joik

Lappland Jodel

Der Joik ist ein mit dem Jodler verwandter, eintönig-gutturaler Gesang der Samen, bei dem die Musik wichtiger ist als die Worte. Die Samen (Ureinwohner Lapplands) besingen damit Menschen, Tiere und Naturphänomene. Der Joik ist traditionell ein integraler Bestandteil ihrer Kultur, der weniger der Unterhaltung als vielmehr der Möglichkeit dient, sich dem Besungenen näher zu fühlen.

Zur Zeit der samischen Religioin wurde der Joik sowohl von den Schamanen als ritueller Gesang, als auch profan von allen Sámi verwendet.

Der Joik wird von Männern wie Frauen gepflegt und enthält gesungenen Text oder bedeutungslose Silben. Er war früher die einzige traditionelle Musikform der Samen und bestand aus einem Sologesang ohne instrumentale Begleitung. 

Der samische Joik ist nur teilweise formalisiert und etwa zur Hälfte Improvisation. Dem Grundverständnis nach entsteht ein Joik einfach bei einem Menschen durch das Leben in der Natur, man kann ihn also nicht direkt als improvisatorischen Gesang kennzeichnen – er existiert einfach und passt sich der Stimmung und der Landschaft an.

Geschichten der Samen

Es gibt sie noch

Viele Samen sind Selbstversorger, Jäger, Rentierzüchter und Bauern. Es gibt sie also noch. Die Samen, welche die Traditionen der Urväter weiterleben. Sie verbringen die meiste Zeit in den Wäldern und leben nachhaltig davon. Im Supermarkt sieht man sie selten.

Allein in Schweden leben über 400'000 wilde Elche. Während der Jagdsaison werden die Bestände reguliert und jährlich ungefähr 120'000 Elche erlegt. Kurz vorher findet die Bärenjagd statt, der grösste Feind des Elchs und der Rentiere. Von den Elchen kommen lediglich ca. 10% auf den Markt. Alles andere ist zum Selbstverbrauch bestimmt.

Jedes Rentier gehört jemandem. Sie dürfen nicht gejagt werden. Im Frühling, kurz nach der Geburt der Kälber, treiben die Rentierzüchter ihre Herden zusammen, um die Jungtiere zu markieren. Das ist zusammen mit der Rentier-Scheidung im Herbst, oder auch Teilung genannt, die wichtigsten zwei Ereignisse der Samen. «Wenn du ein Rentier im Wald findest, welches nicht markiert ist, dann darfst du es markieren und es gehört dir.» erklärt der Rentierzüchter Roger Niemi. Er betreibt mit seinen Söhnen eine Rentier-Metzgerei mit regelmässigen Auszeichnungen für hochstehende Qualität. Das geräucherte Rentier Trockenfleisch kommt sehr gut bei den Gästen an und hat mehrere Preise gewonnen.

Särkilax Kirka

1481 wird in einem Brief an den damaligen Kaiser eine Kirche erwähnt. Die Rede ist von der Särkilax Krike, welche als nördlichste katholische Kirche eingestuft wurde. Sie stand damals etwa 100m näher beim Fluss. Und dann, 1615 geschah es. Eine gewaltsame Flut, getrieben vom schmelzenden Eis hat die Kirche zerstört, mitgerissen und nur wenige Überreste hinterlassen. 2017 wurde der Verein Särkilax Kirchenfreunde und Projekt "Särkilax 400 Jahre" mit dem Ziel gegründet, eine Kopie der mittelalterlichen Kapelle zu bauen. Es war nicht möglich, Zeichnungen für die ursprüngliche Kapelle zu erhalten, daher wurde das neue Gebäude mit anderen Kirchengebäuden aus der gleichen Zeit wie Modelle entworfen. Im Juli 2018 wurde die Kapelle fertiggestellt und eingeweiht. Die traditionelle, samische Bauweise wurde beibehalten. Die Eckverbindungen des Blockhauses nennen die Samen "laxsvans", bei uns heisst es Schwalbenschwanz. Es gibt keine Schrauben, oder Nägel, welche verwendet wurden. Alles ist aus Holz, mit Bolzen verstärkt und nach altmännischer Technik haargenau aufgebaut. Man kann es riechen. Die Liebe zur Geschichte und Tradition.

Das Museum Aunusgården

Im Tornedal, da wo der Grenzfluss Schweden und Finnland teilt, liegt ein kleines, wertvolles Museum. in Övertorneå kann man auch alte Schätze aus der Geschichte der Samen entdecken. Insgesamt 5 Gebäude stehen stramm zusammen. Eines davon ist ein alter Bauernhof, welcher die Samen gebaut haben, nachdem sie das Nomadentum aufgegeben haben. Es ist aber einige Jahre vergangen, bis die Höfe grösser wurden. Daneben steht eine Baggerstüga, eine kleine Bäckerei mit Holzofen. Das Haupthaus ist von der Familie Aunus geprägt, welche den Namen für das Museum gegeben hat. Webstühle, Stickereien und Handwerk zeugen aus alten, aber nicht vergangenen Zeiten.  Das Handwerk wird weiterhin angewandt und im Sommer steigt ab und zu Rauch aus der Baggerstüga, in welcher dann leckeres Brot gebacken wird. Das Tal war im 16 Jahrhundert wichtig für Handel, insbesondere der Lachs und das Holz war wichtig für Länder wie Frankreis, England und Italien. Sie haben die ersten Handelrouten von der nördlichen Küste des bottmischen Meerbusens nach Zentraleuropa entwickelt. 

ARCTIKA in Lappland

ARCTIKA bezieht ihre Produkte nur direkt von den Samen. Wir kennen jeden einzeln und wissen genau, woher die Produkte stammen. So sichern wir Nachhaltigkeit und Qualität auf eine einzigartige Art und Weise.

Lappland auch heute

Lappland kennt keine Grenzen und überragt einige Länder gleichzeitig. Hier lebt man aus dem Wald, trägt Sorge und ist dankbar für alles, was er hergibt. So, wie es die Väter taten.

Die Fleischtheke im Supermarkt ist klein. Viele Menschen leben von der Jagd direkt aus dem Wald und produzieren ihre Lebensmittel oft selber. Kostengünstig und gesund. Was gibt es besseres?!

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